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Parfums: Der Duft der Frauen?
Schon seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden ist die Tradition der Parfums und Düfte gewachsen und erfreut sich vielleicht mehr denn je großer Beliebtheit: kein Wunder, da gute, wohlriechende Düfte ein Zeichen für Stil sind. Doch gilt das vorwiegend nur für das schönere Geschlecht?
Männer liebens einfach
Die meisten Männer gelten als Kosmetikmuffel. Das liegt nicht unbedingt daran, dass Mann unbedingt der Meinung ist, dass er auch wie ein solcher riechen muss. Ein wichtiger Grund dafür, dass die Herren der Schöpfung ein eher gespaltenes Verhältnis zur Kosmetik haben, liegt daran, dass diese sie überfordert.
Das Badeschränkchen bzw. die Kosmetikschatullen der meisten Frauen enthalten zahllose Cremes, Lotions, Pasten, Lippen- und Kajalstifte, Shampoos, Spülungen, Conditioner etc. Dem Durchschnitts-Mann ist dies im Allgemeinen viel zu viel, er braucht eigentlich nur einige wenige Dinge: Seife – am besten als Flüssigseife im Spender, weil das so schön bequem ist, mal ein Duschbad, Haarwaschmittel, Rasierschaum und After Shave. Nicht zu vergessen die Utensilien für die Zahnpflege.
Zwar hat die Männerkosmetik in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und die Industrie hat sich nur zum Teil auf die neue Zielgruppe eingestellt. Als Mann und Kosmetik-Laie hat man es häufig genug schwer, überhaupt zu verstehen, welche Art Kosmetikartikel man überhaupt in der Hand hält. Neben allerhand zum Teil skurrilen Anglismen – so wirbt ein Unternehmen zum Beispiel mit den Worten „Hair and Scalp Care“; wer denkt bei Skalp nicht an die indianische Art der Kopfhautentfernung – sind die Verpackungen häufig mit zahllosen Informationen überfrachtet, die die Vorzüge des Produktes anpreisen. Wie oft habe ich schon unter der heimischen Dusche gestanden und in der Absicht, mir die Haare zu waschen, unter den zahllosen Fläschchen verzweifelt das richtige gesucht? Das entscheidende Wort „Shampoo“ oder für die Körperpflege „Duschgel“, nach dem der Mann mit typischem Jäger- und Sammlerblick Ausschau hält, steht irgendwo klein und versteck und ist somit für mich und viele meiner Geschlechtsgenossen unsichtbar.
Eine der Ursachen für diesen Missstand ist, dass es meist die Frauen sind, die die Kosmetik einkaufen, auch für ihren Partner. Das ist so ähnlich wie bei der Herrenunterwäsche, die ebenfalls noch immer vorrangig von Frauen besorgt wird. Denn die holde Weiblichkeit hat auf unerklärliche Weise keine Probleme damit, auf den dicht bedruckten Flaschenoberflächen Worte wie „Spülung“, „Conditioner“, „Pflegebalsam“ oder eben „Shampoo“ zu identifizieren und sie wissen auch noch, worin sich die einzelnen Produkte unterscheiden.
Dem starken Geschlecht bleibt nur, die Initiative zu übernehmen und die kosmetischen Hilfsmittel selbst zu erwerben. Im Supermarkt greifen sie dann bevorzugt zu den für sie eindeutigen Produkten, was wiederum zur Folge haben dürfte, dass die Hersteller dieses Bedürfnis erkennen und passende Angebote unterbreiten. Wobei nicht gesagt ist, dass nicht auch die Herren irgendwann einmal in die tieferen Geheimnisse der Kosmetik eindringen. Man(n) soll die Hoffnung nie aufgeben…
